Friedhof Z. – vital

Auch hier finden wir Baumgräber. An diesem Baum sind vier Grabstellen belegt.

Das Gras ist saftig grün und nicht zu kurz. Wie ein weicher Teppich lädt das Grün ein, es zu betreten – am liebsten barfuß. Aber man geht natürlich nicht barfuß auf einem Friedhof spazieren.

Warum eigentlich nicht? Stört das die Totenruhe? Ist das „unschicklich“?

Wie das kleine „Bergdorf“, das ein reges gesellschaftliches Leben hat, lädt der Friedhof ein, es sich gemütlich zu machen.

Grün in Grün

Blicke ich am Stamm der verletzten Buche hinauf zur Krone, so werde ich regelrecht von verschiedenen Grüntönen eingehüllt. Die dichte Moosschicht zeugt noch von Tagen, als der Baum weniger stark war.

Im Sonnenlicht sieht jedoch auch diese Spur, die das Leben an der Buche hinterlassen hat, wunderschön aus.

Wäre die Buche nicht gezeichnet vom Leben, so wäre ich wohl vor zwei Jahren nicht auf sie aufmerksam geworden. Die Spuren der Härten des Lebens formten diesen Baum und machten ihn unverwechselbar.

Immer wieder beeindruckt mich diese Buche. Sie versetzt mich in Demut vor der Lebenskraft, die in ihr wohnt.

Verletzter Baum

Diese Woche gibt es nur zwei Blogbeiträge. Die Tage mit meiner Tochter sind vorbeigerast und haben mir keinen Raum zum Schreiben gelassen. Es war so schön und das ging jetzt einfach vor!

Aber immer wieder bleibe ich an „meinem“ verletzten Baum hängen. Ich habe schon mehrere Beiträge darüber verfasst. Immer wieder bin ich beeindruckt, wie vital die Buche trotz ihrer vielfachen Verletzungen unten am Stamm ist.

Wahrscheinlich hatte die Buche Jahre des Kampfes ums Überleben. Noch im letzten Jahr fand ich sie weniger grün und dicht belaubt vor als jetzt.

Die Buche hat gekämpft – und sie hat es geschafft!

Garten(t)räume – Wasser

Es geht abwärts in Richtung Ufer. Man geht über sattes, grünes Gras. Noch ein kleines Mäuerchen, und ich stehe direkt am Wasser.

Der See hat zwar nicht seinen vollen Wasserstand, es ist aber doch ganz ordentlich. Sanft schwappt das Wasser auf das Gras.

Ich gehe mit den Füßen ins Wasser und gehe am Ufer entlang. Die Steine massieren meine Füße. Das weiche Gras lässt sie ausruhen. Der ständige Wechsel zwischen harten Steinen und weichem Gras regt meine Füße an.

Stundenlang kann man einfach nur hier liegen, schauen und den Geräuschen lauschen. Es plätschert, Vögel pfeifen ihr Lied. Alles ist friedlich. Die Welt scheint sich hier langsamer zu drehen.

Auch das Wasser vermittelt eine Botschaft: Lass deine Seele treiben. Lass sie in Bewegung bleiben. Bleib im Fluss.

Garten(t)räume – Sitzplatz

Eine idyllische Tisch-Bank-Kombination ist ein eine Heckennische eingebettet. Ein dickes Kissen auf die Bank gelegt, und man kann beschützt seinen Kaffee genießen. All das mit Blick auf den See.

Sitzplätze vermitteln immer den Eindruck von Ruhe, Ausruhen, Muße. Auch wenn man nicht dort sitzt, schwelgt man in diesem Gefühl.

Die Botschaft des Sitzplatzes: Du darfst hier verweilen. Du darfst hier einfach DU sein.

Garten(t)räume – Rosen

Auf dem Weg zur Mauer, die den oberen Teil des Gartens vom am Wasser gelegenen Bereich abstuft, kommt man an Rosen vorbei.

Diese Rosen blühen wunderbar. Vor allem in den Abendstunden verströmen sie einen fast berauschenden Duft.

Die Rose als Königin der Blumen lässt mich wie in einem Schlossgarten fühlen. Rosen, Duft, alles mit Liebe gehegt und gepflegt.

Botschaft der Rosen: Du bist wertvoll. Du bist es dir wert.

Garten(t)räume – Weite

Ich durfte einige Tage an einem ganz besonders schönen Platz am Bodensee verbringen. Eine Pension in einem wunderschönen alten Haus mit einem traumhaften Garten, der ganz unterschiedliche Räume auf einem Seegrundstück vereint.

In diesen Teil gelangt man, wenn man vom Vorplatz des Hauses den Garten betritt. Ein langer, gerader Weg, Weite, alles sauber und klar in seinen Konturen.

Diese Weite saugt mich regelrecht auf, wenn ich den Weg beschreite. Er zeigt mir: Hier gibt es Raum für dich. Du darfst dich hier ausbreiten.

Die Weite spricht ein Versprechen. Es gibt noch andere Bereiche, die andere Stimmungen innehaben.

Rosenpracht

Diese Blüte hat ihre volle Pracht entfaltet. Üppig und unbescheiden zeigt sie sich der Welt. „Was kostet die Welt? Was kann sie mir schon anhaben?“

Wenn ich in meinem Garten umhergehe, werde ich fast berauscht vom Duft der Rosen. Sie verströmen ihre Schönheit für alle Sinne.

Gönnen wir den Rosen diese Pracht und Wonne. Sie haben den Prozess des Wachsens hinter sich. Sie haben den Prozess des Reifens vor sich.