Lichter – Fassade

Etwas weiter auf unserer abendlichen Gassi-Runde kommen wir an diesem Haus vorbei. Hier ist die Hauswand mit Lichtern geschmückt.

Wie sehr eine schlichte Fassade durch die Lichterketten verändert wird…

Was verbirgt sich hinter der Fassade? Ist es dort genauso hell wie draußen? Das ist ein Thema, das sich nicht direkt auf dieses Haus bezieht. Wenn wir Menschen begegnen, sehen wir zuerst die Fassade. Sie kann leuchtend sein – und innen ist es eher düster. Die Fassade kann auch unscheinbar sein – und innen verbirgt sich ein strahlendes Licht.

Es lohnt sich, hinter die Fassaden zu schauen. Was steckt hinter dem Auftreten eines Menschen? Wie ist er wirklich? Eine Fassade kann man bewerten, negativ oder positiv. Das Innere, die Seele eines Menschen ist nicht zu bewerten. Wir können sie wahrnehmen…

Lichter – Rentier

Es ist in der Adventszeit besonders schön, die abendliche Gassi-Runde mit dem Hund zu gehen. Viele Gärten und Häuser sind mit Lichtern geschmückt.

In diesem Vorgarten steht ein Rentier – zumindest halte ich dieses Lichtergebilde dafür. Als meine Hündin noch sehen konnte, schaute sie das Tier in diesem Garten immer irritiert an. Sie hatte ihre Probleme mit nachgebildeten Tieren…

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Ich persönlich bin kein Freund von solchen Darstellungen. Trotzdem rührt mich das schutzlos im Vorgarten stehende Lichterwesen. Es sieht so einsam aus…

Lichter – Advent

Advent kommt vom lateinischen Wort „adventus“, das mit „Ankunft“ übersetzt wird. Gemeint ist damit die Ankunft Jesus Christus‘, aber auch seine Wiederkehr. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt das neue Kirchenjahr. In der alten Kirche war die Zeit eigentlich eine Fastenzeit.

Was bleibt heute noch von diesen ursprünglichen Bräuchen und Hintergründen? Die Adventszeit ist in der Regel eine sehr anstrengende Zeit. Es ist zum Jahresende vieles zu erledigen. Überall gibt es Weihnachtsfeiern. Weihnachtseinkäufe müssen gemacht werden. Das Weihnachtsfest wird vorbereitet. Jeder rennt von A nach B und wieder zurück…

Was ist Advent in diesem Jahr? Es gibt keine Weihnachtsfeiern. Einkaufen können wir nur mit Maske und Beschränkungen. Das Familienfest zu Weihnachten wird kleiner ausfallen, wenn es denn überhaupt möglich ist.

Haben wir dieses Jahr mehr Zeit und Muße zur Einkehr? Gestaltet sich unsere Adventszeit 2020 besinnlicher? Was ist uns wichtig? Können wir dies so leben? Wollen wir dies so leben?

Lasst uns diesen ganz besonderen Advent nutzen und uns auf die tieferen Werte besinnen…

Novemberwald – Gegenlicht

Der Weg führt direkt am Waldrand fast genau geradeaus auf die tief stehende Sonne zu. Gehe ich ein bisschen weiter links auf dem Weg, werde ich von der Sonne geblendet. Halte ich mich direkt am Waldrand auf, so wird der grelle Schein durch die Baumwipfel abgemildert.

Trotzdem die Sonne tief steht, ist sie noch stark – und das im November. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen so sonnigen November erlebt zu haben. Da genieße ich jeden Sonnenstrahl – auch wenn ich immer wieder geblendet werde.

Es ist, als ob man die Sonne in sich speichern könnte für die dunklen Monate, die auf uns zukommen.

Novemberwald – Aufgeräumt

Kein Zweiglein liegt auf dem braun-goldenen Laubteppich. Es sieht aus, als ob jemand mit einem riesigen Besen oder Staubsauger durch den Wald gegangen wäre.

Ist etwas zu sehr aufgeräumt, kann das unpersönlich oder ungemütlich wirken. Diese Stelle jedoch lädt ein zu verweilen – zu verweilen und die Ordnung in ihrer Schönheit auf sich wirken zu lassen.

Vielleicht herrscht in der Seele, in den Gedanken gerade Chaos. Dann sucht man am besten eine solche Stelle auf – und die Gedanken beruhigen sich. Je länger man sich Zeit  nimmt, desto ruhiger wird man.

Novemberwald – Laubweg

Zwischen den zum Appell bereitstehenden Buchen verläuft ein Weg. Keine noch so kleine Krümmung oder gar Kurve ist sichtbar.

Dennoch lädt der Weg ein, ihn zu betreten. Der Laubteppich verwischt den Eindruck des Eintönigen – und verwandelt den Weg in einen kuschelig wirkenden Teppich, oder noch besser einen einladenden Läufer, gleich einem roten Teppich, durch einen lange Korridor.

Die Natur zeigt uns, wie wir ganz einfach die Atmosphäre eines Raumes ändern können…

Novemberwald – Strammstehen

Ein Spaziergang Ende November. Das Laub ist von den Bäumen abgefallen.

Ordentlich stehen die Buchen auf diesem Areal. Es ist leicht abschüssig. Auf den ersten Blick sieht eine Buche wie die andere aus. Die Bäume stehen fast militärisch geordnet wie beim morgendlichen Appell der Kompanie.

Unnatürlich geordnet – und doch individuell. Betrachtet man die einzelnen Bäume genauer, sieht man die Einzigartigkeit jedes Baumes.

Wie sehen wir unsere Mitmenschen? Gibt es nur noch „die Guten“ und „die Schlechten“? Sehen wir die einzigartige Schönheit jedes einzelnen Menschen?

Mit Kinderaugen – Riesenspiel

Mein Blick schweift über die Wiese. Wie Bauklötze eines Riesen liegen die Häuser vor mir.

Der Riese Uppsala hat seine Bauklötze verteilt. Sie liegen nun einfach so herum. Es wird bald Abend. Eigentlich soll Uppsala sein Spielzeug aufräumen.

Mama Riese ruft: „Es ist Zeit zu Aufräumen, Uppsala!“ „Och nö, ich habe keine Lust.“ „Aber es ist Abend. wir haben ausgemacht, dass vor dem Abendessen alles ordentlich ist.“

Uppsala antwortet: „Du hast das ausgemacht – ich nicht!“

Tja, wer hat nun den längeren Atem? Wird Uppsala aufräumen?

Mit Kinderaugen – Bauwagen

Ein Bauwagen steht am Waldweg. Er ist eigentlich für Waldarbeiter vorgesehen, scheint jedoch seit längerer Zeit nicht genutzt worden zu sein.

Jetzt lebt darin Familie Maus. Unter der an der Wand angebrachten Bank ist das Schlafzimmer. Papa Maus hat Moos und trockenes Laub gebracht. Mama Maus hat daraus ein wunderbares, weiches Bett für die ganze Familie gemacht: für die Eltern Maus und die zwölf Kinder Maus.

In der anderen Ecke befindet sich die Speisekammer. Dort ist so einiges gelagert, das Familie Maus nach und nach verspeisen wird.

Im Bauwagen ist es trocken und recht warm. Tagsüber heizt sich die Behausung von der Sonne auf, so dass Familie Maus nicht frieren muss.

Ob bald noch weitere Kinder dazu kommen?

Mit Kinderaugen – Holz

In der letzten Zeit wurde im Wald ausgeholzt. Ein großer Stapel an Schnittgut liegt neben dem Weg.

Auch hier wohnt sicherlich jemand.

Das ist der einsame Wanderer Heini. Er sucht in dem Holzhaufen Unterschlupf. Wie lange er dort bleiben kann? Das weiß er nicht. Das Holz kann jederzeit abgeholt werden.

So richtet Heini sich nicht sehr aufwändig ein. Ein einfaches Lager zum Schlafen, etwas Holz als Sitz, eine Holzscheibe als Tisch.

Sehr luxuriös ist diese Behausung nicht – aber sie gibt Heini Schutz vor Regen und Wind.