Belohnung

Der Weg geht recht steil bergauf und führt aus dem Wald heraus.

Sollte ich meine Entscheidung jemals angezweifelt haben, so erhalte ich jetzt die Bestätigung, dass es eine gute Entscheidung war.

Eine Belohnung wartet auf mich. Purpur-pink-rosafarbene Wolken in einem intensiv blauen Himmel! Welche Schönheit!

Entscheidung

An der Weggabelung muss ich mich entscheiden.

Wenn ich nach links gehe, geht es bergab. Und in Richtung des Lichtes. Der Weg nach rechts geht bergauf, weg vom Licht.

Ich weiß, dass ich den rechten Weg nehmen muss, damit ich wieder zu meinem Ausgangspunkt komme. Bergauf. Weg vom Licht.

Natürlich entscheide ich mich für den rechten Weg. Ich vertraue darauf, dass mir das Licht nicht verloren geht…

Schönheit!

Einige Meter weiter komme ich an diese Wiese. Die Buchen am Waldrand bilden eine Gruppe, so dass sie wie ein einziger, imposanter Baum aussehen.

Die Gruppe macht stark. Ein Sturm hat so nur wenig Angriffsfläche auf jeden einzelnen Baum. Und dann noch von der goldenen Abendsonne beschienen…

Das ist offensichtliche Schönheit! Auf den ersten Blick!

Schönheit?

Bei meinem Abendspaziergang komme ich an diese Stelle. Dominierend ist die Kiefer, die von der Abendsonne beleuchtet wird.

Auf den ersten Blick sieht der allein stehende Baum nicht schön aus. Der ganze Baum ist nach Westen geneigt. Wie das so bei Kiefern ist, sind die Äste am Stamm bis unter die Krone abgebrochen. Das macht einen zerfledderten Eindruck. Der Baum wirkt mitgenommen.

Er hat schon viel mitgemacht. Alleine hat die Kiefer alle Stürme überstanden, ist ohne ihre „Kameraden“ übriggeblieben. Normalerweise schützen sich die Bäume gegenseitig – dieser Schutz fällt nun weg.

Ein starker Baum. Diese Stärke macht ihn schön. Das weiche Abendlicht setzt die Kiefer ins rechte Licht. Die Kiefer ist schön!

Im Licht

Mit dem Rücken zur Sonne stehe ich im Licht. Es ist angenehm warm. Ich fühle mich beleuchtet und hell. Es fühlt sich gut an.

Fazit: Es ist schön, sich im Licht zu zeigen, angestrahlt zu werden. Es kann wichtig sein, die Lichtquelle seitlich oder im Rücken zu haben. Licht tut uns gut. Die Seele wird lebendig im Licht. Die Gedanken werden frei im Licht.

Gegenlicht

Jetzt stehe ich mitten im Licht. Ich wende mich der Sonne zu.

Ja, im Licht ist es warm. Aber das Gegenlicht ist grell. Man hat das Gefühl, als ob die Augen verbrennen könnten – obwohl die Sonne bereits tief steht.

Dem Licht zugewandt zu sein, ist nicht automatisch angenehm. Wenn das Licht zu stark ist, macht es blind – blind für die Umgebung, blind für Andere, blind für das Wesentliche…

Lichtquelle

Einige Schritte weiter ist die Lichtquelle sichtbar. Die tief stehende Sonne scheint zwischen den Bäumen hindurch.

Es ist seltsam. Die Sonne scheint gar nichts mit dem beleuchteten Lichtstreifen zu tun zu haben. Zwischen der Lichtquelle und dem hellen Boden gibt es keine Verbindung.

Ist das nicht immer wieder so? Man kann keine Verbindung zwischen einer Wirkung und ihrer Ursache erkennen?

Es kann hilfreich sein, Dinge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, im Zusammenhang zu betrachten…

Lichtstreif

Ich gehe den Waldweg von Feckenhausen in Richtung Dissenhorn. Es ist Abend. Im Wald ist es ruhig.

Auf dem Weg liegt ein Lichtstreif. Rundherum ist es schattig-kühl. Dieser kleine, beleuchtete Abschnitt des Weges ist anziehend.

Licht zieht uns an. Nicht nur uns Menschen. Wir kennen das von Insekten. Auch sie werden vom Licht angezogen – meist zu unserem Missfallen.

Warum wirkt Licht so anziehend? Wollen wir im Rampenlicht stehen? Sehnen wir uns nach der Wärme, die das Licht verspricht? Fühlen wir uns im Hellen einfach wohler?

Sicher trifft von jedem ein bisschen zu. Tatsache ist jedenfalls, dass sich die meisten Menschen gerne im Licht aufhalten.

Ich gehe auf den Lichtstreif zu…

Interieur

Haben Sie schon einmal ein Bestattungsfahrzeug von innen gesehen?

Auf diesem Bild bekommen Sie einen Eindruck. Es sind zwei Ladedecks eingebaut, die einzeln herauszuziehen sind. So kann man ohne Probleme Särge ein- und ausladen. Eine dezente Beleuchtung sorgt dafür, dass wir auch im Dunkeln arbeiten können. Die Wandverkleidung gibt dem Innenraum einen würdigen Rahmen.

Es handelt sich nicht einfach um ein Transportfahrzeug, auch wenn es ganz banal ein Mercedes Vito ist. Nein, hier werden Menschen von Ort zu Ort gebracht. Es spielt keine Rolle, dass der Mensch verstorben ist. Wir behandeln ihn nicht anders, als wenn er noch am Leben wäre.

So schlimm sieht ein Bestattungsfahrzeug von innen doch nicht aus. Oder?

Bestattungsfahrzeug

Spätestens von der Seite sieht man es ganz deutlich. Bei dem weißen Fahrzeug mit dem Schmetterling auf der Schnauze handelt es sich um ein Bestattungsfahrzeug.

Früher sprach man vom „Leichenwagen“. Auch heute noch gibt es dieses Wort. Aber eigentlich nennt man dieses Fahrzeug heute eher „Bestattungsfahrzeug“. Das Wort „Leiche“ hat einen negativen Touch bekommen.

Die meisten Menschen finden es unangenehm, ein solches Fahrzeug zu sehen. Unsere Nachbarn finden es störend, dass es bei uns auf dem Hof steht.

Warum? Ist ein Verstorbener eklig? Wird man beim Anblick dieses Fahrzeugs unangenehm an seine eigene Endlichkeit erinnert?

Wir entschieden uns für weiße Fahrzeuge in unserem Unternehmen. Die schwarzen Bestattungswägen sehen für uns doch eher schwermütig und veraltet aus. Aber das ist natürlich Ansichtssache…