Natur

Die kleine Kapelle steht inmitten wunderbarer Natur. Der Weg führt daran vorbei. Man passiert das Kreuz.

Ein Blick nach oben lässt mich fühlen, als ob der Himmel und die Bäume mich umspannen. Ich bin eingehüllt in diese Wunderwelt aus Blau und Grün.

Es ist ein heiliger Ort. Eine Umgebung, in der ich, Maria mit dem Jesuskind und mein inneres Kind durchatmen können.

Manchmal findet man schwer Kontakt zu seinem inneren Kind – hier kann man es direkt sehen. Wenn man es sehen möchte…

Raum

Maria und das Jesuskind befinden sich im Innenraum der kleinen Kapelle. Jemand kümmert sich liebevoll um den Raum. Er ist sorgfältig dekoriert mit Blumen, Deckchen und einer Kerze. Alles ist blitzsauber.

Schaffen wir unserem inneren Kind auch einen solch liebevollen Raum? Kümmern wir uns ebenfalls bis in alle Details darum, dass es sich wohlfühlt? Ist es überhaupt wichtig, dass sich unser inneres Kind wohlfühlt?

Wie wollen wir uns in unserem Leben wohlfühlen, wenn es dem inneren Kind nicht gut geht?

Kind

Mein Blick fällt auf das Jesuskind in Marias Arm. Genau deswegen bin ich hier. Es geht um das Kind, das innere Kind.

Es sitzt geborgen auf dem Arm seiner Mutter. Dieses Kind sieht sehr ernst aus.

Wie geht es unserem inneren Kind? Geben wir acht darauf? Ist es so ernst wie dieses Jesuskind? Oder lacht und spielt es in unseren Gedanken?

Das (innere) Kind darf sich geborgen fühlen, egal, was es gerade tut. Wir müssen darauf aufpassen, es schützen, ihm einen schönen Raum geben.

Wegkreuzkapelle

Es zieht mich heute zur Wegkreuzkapelle bei Feckenhausen. Dort war ich schon länger nicht mehr gewesen.

Warum zieht es mich ausgerechnet heute, ausgerechnet dorthin? Ich nähere mich dem kleinen Kapellchen. Es sieht einladend aus. Die Sonne scheint und es ist heiß. Hier ist es schattig und angenehm.

Ich nehme Platz – und erkenne sofort, warum ich hier bin…

Weiße Schnauze – seelenvoll

Dieser Blick trifft mich bis in mein Innerstes! Kann man bei einem blinden Hund überhaupt von einem „Blick“ sprechen?

Wenn man dieses Bild sieht, ist man sicher – Nina blickt. Trotz ihrer blinden Augen sieht sie mich an. Dieser Blick ist jedoch ganz besonders. Er geht tief in meine Seele. Und er kommt tief aus Ninas Seele.

Es ist ein Blick durch die blinden Augen von Seele zu Seele…

Weiße Schnauze – was geht ab?

Das Frühstück ist gefressen. Jetzt bin ich fit und kräftig für einen neuen Tag.

Und? Was geht ab? Ok, erst einmal in den Garten, Geschäfte machen. Wahrscheinlich fahren wir dann mit dem Auto irgendwohin. Oder wir gehen spazieren. Das ist natürlich viel schöner. Auch wenn ich fast nichts mehr sehe und höre, so ist es draußen immer noch sehr interessant! Wer ist denn da schon gelaufen? Vielleicht der nette Hund von nebenan? Oder gibt es einen ganz neuen Geruch?

Es ist so schön, die Lebenslust in Ninas vom grauen Star erblindeten Augen zu sehen! Nina lebt den Tag. Sie denkt nicht an die Vergangenheit, die Zukunft spielt keine Rolle.

Beneidenswert…

Weiße Schnauze – bereit

So, jetzt geht es los. Zeit zum Frühstücken! Aber zuerst muss ich aufstehen und von diesem Bett hinunterkommen.

Da merkt man doch jedes der fast 15 Jahre, die ich schon auf dem Buckel habe. Ich setze mich vorsichtig hin, stelle die Hinterbeine auf und strecke mich. Es knackt leise in den Gelenken.

Und los! Mit einem Satz springe ich vom Bett. Noch einmal alle Gelenke strecken, dann kann ich in die Küche gehen. Rennen geht nicht, das machen die Beine noch nicht mit. Aber das Frühstück läuft nicht weg…

Wenn man einen Hund schon von ganz klein auf hat, ist es manchmal etwas traurig zu sehen, wie er alt geworden ist. Es ist aber auch berührend, wie Nina sich trotz ihres Alters noch immer am Leben freut – und vor allem am Fressen!

Weiße Schnauze – aufgewacht

Oh, ist schon wieder Morgen? Es kommt mir vor, als wäre ich eben erst eingeschlafen. Ich habe so schön geträumt. Von einer grünen Wiese. Dort bin ich gerannt und gerannt… Dann gab es einen tollen Geruch in meiner Nase. Mäuse! Schnell buddelte ich an einer Stelle, die besonders stark roch. Immer größer wurde das Loch. Da endlich – da war die Maus!

„Guten Morgen! Zeit zum Aufstehen! Hast du gut geschlafen?“

Was ist das für eine Frage?! Wie kann mein Frauchen mich wecken, wo ich doch die Maus schon fast gefangen hatte…

Das Leben mit einem Hund ist immer wieder lustig. Das Leben mit einem alten Hund ist ganz besonders…

Friedhof Z. – freie Fläche

Wie auf den anderen Friedhöfen auch, bietet der Friedhof in Z. freie Flächen. Das lässt den eigentlich ziemlich kleinen Friedhof groß wirken. Auch hier ist die Umgestaltung in eine parkähnliche Anlage in vollem Gange.

Werden die Friedhöfe der Zukunft eher zu Naherholungsgebieten? Wird es eines Tages ganz normal sein, mit der Familie auf den Friedhof bzw. in den örtlichen Park zu gehen, um dort Picknick zu machen?

Ich fände das prima. Warum  sollen die dort ruhenden Verstorbenen nicht mit Leben umgeben zu sein? Wer sagt denn, dass sie Ruhe brauchen?

Wofür? Die Verstorbenen haben nichts davon, wenn wir für sie aufhören zu leben. Nur, wenn wir leben, können unsere Lieben in der anderen Welt (wie auch immer sich das jeder für sich vorstellt) leben.

Friedhof Z. – Aussegnungshalle

Dass sogar ein so kleiner Dorffriedhof eine Aussegnungshalle hat, hätte ich nicht erwartet. Sie wurde in einer Zeit gebaut, in der die Gebäude ganz anders aussahen, als es unserem heutigen Geschmack entspricht.

Aber die Halle erfüllt ihren Zweck. Sie gibt aufgebahrten Särgen oder Urnen ein Dach, damit ein guter Abschied stattfinden kann.

Abschiednehmen braucht Raum – der Friedhof in Z. bietet diesen Raum.