Nebel

Der Tag der Heimreise ist angebrochen. Ich schiebe den Handwagen mit meinem Koffer zum Hafen – durch dicken Nebel.

Für die Insel ist es der erste Nebel dieses Herbstes. Für mich ein Gang in die Ungewissheit. Was wird auf mich zukommen, wenn ich zu Hause bin?

Am Hafen sieht man rein gar nichts, noch nicht einmal die Hafeneinfahrt. Und der Hafen von Neuendorf ist nicht groß…

Plötzlich hört man ein Rauschen. Das Schiff muss wohl bald ankommen.

Nur wenige Sekunden später ist es, als ob ein Vorhang aufgeht. Das Schiff steht plötzlich in seiner ganzen Größe direkt vor dem Anleger. Es hat sogar die Hafeneinfahrt bereits passiert. Ich ahne, wie gefährlich das auf dem Wasser sein muss. Wenn man als kleines Boot das Schiff nur ganz leise hört, ist es schon zu spät. Dann ist es schon so nahe, dass es keine Chance zum Ausweichen gibt.

Der Nebel verändert alles. Man sieht nichts, man hört nichts. Alles ist wie in Watte gehüllt. Das kann sehr gefährlich sein – aber auch sehr angenehm und erholsam…

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