Durch den Kopf

Der heutige Schreibanlass ist etwas unappetitlich. Nina hat seit gestern Bauchweh. Sie möchte zwar spazieren gehen, aber sie ist nicht so schnell wie gewohnt. Gestern fraß sie büschelweise Gras. Heute geht sie wie mit angezogener Handbremse.

Nach einigen hundert Metern bleibt Nina plötzlich stehen – und würgt einen großen Grasklumpen hervor. Dann schüttelt sie sich und springt wie erlöst umher.

Ok, ich sehe ja ein, dass das nicht sehr schön ist. Ich sammle den Klumpen auch mit einem Kackbeutel ein. Aber Nina hat mir so das heutige Thema geschenkt.

Nina hat sich das Gras im wahrsten Sinne des Wortes „durch den Kopf gehen lassen“. Wir tun das ja im übertragenen Sinne auch ständig. Manchmal natürlich auch rein körperlich, aber das wollen wir hier nicht vertiefen…

Jeder von uns hat viel nachzudenken, zu überlegen, zu organisieren. Wir sind einer Flut von Aufgaben ausgesetzt. Wer kennt das nicht? Man liegt im Bett und überlegt, was man noch alles tun muss. Immer mehr solcher Gedanken kommen dazu. Das Karussell dreht sich immer schneller. Wir werden immer unruhiger. Von Entspannung keine Spur.

Was können wir tun? Unsere Gedanken sollten uns eigentlich helfen, alles gut zu verdauen und zu sortieren. Aber das Gegenteil ist passiert. Nina frisst Gras, wenn sie Bauchweh hat. Das soll den Magen reinigen. Das tun alle Hunde immer wieder, auch ohne Bauchschmerzen. Das Hochwürgen verschafft ihnen Erleichterung und sie können mit neuen Kräften weitergehen. Auf uns übertragen bedeutet das, dass wir diese Gedankenklumpen loswerden müssen.

Wie? Ich mache das ganz einfach: Wenn ich merke, dass mich Dinge so überrollen und beschäftigen, bitte ich einfach mein „Team“, nun weiterzuarbeiten und mich schlafen zu lassen. In der Nacht, wenn wir schlafen, arbeitet die geistige Welt an uns. Das kann man heute sogar wissenschaftlich nachweisen, dass man gelernte Inhalte über Nacht speichert und neue Verknüpfungen im Gehirn gebildet werden. So lasse ich die geistige Welt an meinem Karussell arbeiten und kann Ruhe finden.

Wir müssen uns viele Dinge durch den Kopf gehen lassen. Im Idealfall schaffen wir es, dass es keine Klumpen gibt und wir nichts explizit loslassen müssen. Loslassen ist aber, wie eben immer im Leben, die wichtigste Aufgabe.

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