Hütte

Schon kurz nach der Gabelung treffe ich auf die Steingartenhütte. Wie viele Grillfeste haben wir früher dort erlebt, Waldweihnacht, Rast auf Radtouren. Es ist ein schöner Platz voller Erinnerungen.

Doch um der Erinnerungen willen bin ich heute nicht hierher gegangen. Ich habe mir die Aufgabe gesetzt, meine alten Vorstellungen zugunsten der neuen beruflichen Tätigkeit loszulassen.

Dazu setze ich mich auf die Bank an der Stirnseite der Hütte. Ich schließe die Augen. Schon bald kommen Bilder. In meiner Vorstellung befinde ich mich auf einer Waldlichtung. Vor mir wächst eine rote Blume. Sie ist ganz zart und sieht zerbrechlich aus. Ich kann sie nicht kräftiger machen. Die Blume verblüht und bildet eine Samenkapsel. Diese pflücke ich ab und nehme sie in einem kleinen Säckchen mit.

Am Rande der Lichtung sehe ich eine Hütte. Sie lädt mich ein. In der Hütte ist es zwar eng, aber geschützt und sicher. Durch die kleinen Fenster kommen Sonnenstrahlen in das Innere und erhellen den Raum.

Um die Bilder zu verstehen, muss man nicht viel nachdenken. Die rote Blume ist meine eigentliche Aufgabe, die Hütte mein neuer Beruf. Noch konnte ich die Blume nicht kräftiger machen. Aber ich durfte ihre Samen ernten. Jetzt gerade brauche ich Sicherheit, um mein Leben wieder auf ein festes Fundament zu stellen.

Der Tag, an dem ich die Samen aus dem Säckchen in die Erde säe, wird kommen – irgendwann…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.